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Kreuzbandverletzung
Ende von Sport und Aktivität?

Spricht man von einer Verletzung des Kreuzbandes, ist meist der Riss des vorderen Kreuzbandes gemeint. Nur etwa zehn Prozent der Kreuzbandrisse betreffen das hintere Kreuzband.

Das vordere Kreuzband verläuft zentral im Kniegelenk von oben außen nach unten innen und „kreuzt“ sich mit dem hinteren Band, welches von oben innen nach unten hinten zieht. Beide Bänder stabilisieren das Kniegelenk gegen übermäßige Bewegungen nach vorne und hinten und gegen Verdrehung. Das hintere Kreuzband ist stärker als das Vordere und reißt deshalb seltener.

Sportarten, bei denen es zu starken Drehbewegungen des Kniegelenks kommt – wie Handball oder Fußball – haben ein hohes Risiko einer Kreuzbandverletzung. Nicht selten kommt es dabei zu Begleitverletzungen (Meniskus, Seitenband) oder zu Knorpelschäden.

Muss jeder Kreuzbandriss operiert werden?
Der Mensch kann ohne vorderes oder hinteres Kreuzband aktiv leben und auch manche Sportart betreiben. Die Forschung hat jedoch nachgewiesen, dass sich ein Kniegelenk ohne Führung des vorderen oder hinteren Kreuzbandes mit hoher Wahrscheinlichkeit frühzeitig abnutzen wird (Arthrose).

Ein solcher Verschleiß fängt mit  Meniskusrissen an. Mit zunehmendem Alter lässt die Muskelkraft nach und die Instabilität des Gelenks wird immer spürbarer. Ist die Arthrose eingetreten, hilft eine Kreuzbandoperation in der Regel nicht mehr.

Deshalb sollte jeder Kreuzbandriss zeitnah operiert werden, wenn nicht andere Erkrankungen dagegen sprechen. Um langfristig gesehen seine Gesundheit wieder herzustellen, muss der Patient bereit sein, die mehrere Monate dauernde Nachbehandlung zu absolvieren und aktiv an seiner Rehabilitation mitzuarbeiten.

Wie wird ein Kreuzbandriss operiert?
Ein Riss des vorderen Kreuzbandes wird anders behandelt als eine Verletzung des hinteren Kreuzbandes. Auch ist der Krankheits- und Rehabilitationsverlauf für das hintere Kreuzband länger und aufwändiger.

Ist das hintere Kreuzband frisch gerissen, stabilisieren (augmentieren) wir es, indem wir arthroskopisch – also unter Kameraansicht – minimal invasiv eine körpereigene Sehne in das Gelenk einführen und so das gerissene Kreuzband stärken. Hierdurch konnten die Rehabilitationsergebnisse deutlich gebessert und der Heilungsverlauf beschleunigt werden.

Bei nur geringer Lockerung des Bandes kann manchmal konservativ – nur durch äußere Schienung (Knieorthese) behandelt werden. Ist das Kreuzband vor längerer Zeit gerissen und im späteren Verlauf locker, ersetzen wir es ebenfalls minimal invasiv durch eine körpereigene Sehne. Gleichzeitig versorgen wir Begleitverletzungen im Gelenk: Meniskuseinrisse werden – wenn möglich – mit biologischen Minischrauben oder mittels Naht fixiert.

Das vordere Kreuzband lässt sich nach Abriss nicht erhalten, weil es schlechter durchblutet ist als das hintere Band. Wir ersetzen das vordere Kreuzband arthroskopisch mit körpereigener Sehne. Wie bei der Operation des hinteren Kreuzbandes versorgen wir weitere Verletzungen des Gelenks während der gleichen Operation. Hierzu gehören die Knorpelfixation oder –transplantation, aber auch Operationen an anderen Kniebändern, die bei schweren Verletzungen mit reißen können.

Abhängig von der körperlichen Aktivität und den betriebenen Sportarten, entnehmen wir für die Operation meist kleine Beugesehnen (Semitendinosus- oder/und Grazilissehne). Manchmal setzen wir aber auch die Kniescheibensehne (Patellasehne) ein, wenn die Semitendinosussehne für spezielle Sportarten notwendig ist (z.B. Tanzsport)

Kann man nach einer Kreuzband-OP wieder Sport treiben wie bisher?
Die meisten Sportarten können nach einem Kreuzbandeingriff wieder betrieben werden. Gerade wegen der minimal invasiven Operationstechnik wird das Knie schneller und vollständiger wiederhergestellt als bei den herkömmlichen Operationen mit breiter Knieeröffnung. Auch hat sich das Wissen um die Rekonstruktion der Kniebänder stark erweitert, sodass eine bessere Wiederherstellung möglich ist.

Sportarten, die das Knie besonders stark belasten, dürfen erst begonnen werden, wenn Kraft, Koordination und Ausdauer wieder hergestellt sind. Dazu gehören Fußball, Handball, Sprungsportarten, Basketball, alpiner Skilauf und Hammerwerfen. Im Profibereich werden solche Sportarten nach ca. sechs Monaten, beim Hobbysportler erst nach zehn bis zwölf Monaten wieder aufgenommen. Ausdauersportarten (Schwimmen, Rudern, Radfahren, Skilanglauf) dürfen viel früher wieder betrieben werden.

Wie wird man schnell und anhaltend wieder fit?
Die qualifizierte und intensive Nachbehandlung einer Kreuzbandverletzung ist wesentlicher Bestandteil der Wiederherstellung des kranken Gelenkes. Leider können die behandelten Ärzte heutzutage nicht mehr alle notwendigen physiotherapeutischen Maßnahmen über längere Zeiträume verschreiben (mit Ausnahme von Arbeitsunfällen, die über die BGs abgegolten werden oder bei privaten Krankenversicherungen).

Dann ist Eigeninitiative und manchmal auch selbst bezahltes Training nach Beendigung der durch die Kassen übernommenen Leistungen ein weiterer Weg zur Rehabilitation.

Wichtig ist das Gesamtkonzept einschließlich der Rehabilitation. Vor allem braucht der Patient Vertrauen in seinen Operateur und die Gewissheit, nach dem Eingriff die notwendige Rehabilitation mit Eigenaktivität zu unterstützen.

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