Login GZOnet

Benutzername

Passwort

Passwort vergessen

Registrieren

Besondere Probleme am Schultergelenk

Erkrankungen des Schultergelenkes können vielfältige Ursachen haben. So ist oftmals die Diagnosefindung schwierig, sodass auch in diesem Bereich des Körpers die Spezialisierung fortschreitet.

Wir bieten deshalb eine spezielle Schultersprechstunde an, in der ohne Zeitdruck individuell für den einzelnen Patienten die genaue Ursache der Schulterbeschwerden eruiert werden kann. Diese ist Grundlage für die nachfolgende Behandlung, die konservativ oder auch operativ sein kann.

Wir bemühen uns, Antwort auf typische Fragen zu geben, die so oder ähnlich lauten:

“Ich kann nachts nicht auf der Schulter liegen”.

“Beim Anheben des Armes im Schultergelenk verspüre ich Schmerzen.”

“Ich kann die Schulter nicht mehr vollständig bewegen, obwohl kein Unfall vorausging.”

“Seit dem Sturz vor einigen Monaten schmerzt meine Schulter.”

“Ich habe Schmerzen im Oberarm. Mein Arzt sagt aber, es komme von der Schulter.”

“Meine Schulter war ausgekugelt, was mache ich jetzt?”


Wie funktioniert das Schultergelenk?
Das Schultergelenk ist das am besten bewegliche Gelenk der Körpers. Dieses große Bewegungsausmaß ist möglich, da die knöcherne Gelenkpfanne viel kleiner ist als der dazugehörige Oberarmkopf (Kugel).

Die Stabilität des Gelenkes wird durch eine elastische Gelenkkapsel mit Verstärkungsbändern und kräftiger Muskulatur erreicht, wobei die Gelenkpfanne durch einen elastischen Knorpelring (ähnlich eines Meniscus am Kniegelenk) vergrößert wird.

Zusätzlich umgreifen Sehnen von Muskeln und Muskeln selbst den Oberarmkopf mit seiner Gelenkpfanne, bewegen das Gelenk, zentrieren und stabilisieren es dynamisch.

Wie kommt es zur Ausrenkung des Schultergelenkes?
Beim Sturz auf einen Arm mit verlängerter “Schrecksekunde”, das heißt ohne reaktives muskuläres Stabilisieren, kann es zur Überlastung der Haltestrukturen des Gelenkes kommen und der Oberarmkopf aus der Pfanne heraus gehebelt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist eine vorbestehende Lockerung der Gelenkkapsel, des Knorpelrings nach früher stattgehabter Ausrenkung oder auch eine anlagebedingte (i.S. angeborene) Laxität (Auslockerung) der Kapselbänder.

Bei vorbestehender Gelenklockerung kann es schon bei bestimmten Bewegungen ohne äußere Krafteinwirkung zum Ausrenken im Schultergelenk kommen (sog. habituelle Verrenkung bei angeborener Verrenkungsneigung oder sog. rezidivierender Verrenkung nach unfallbedingter Erstverrenkung).

Beispiele hierfür: Rückführung und Außendrehung des Armes beim Squash oder Tennis, Handball, Federball etc., aber auch während des Schlafes durch unwillkürliche Bewegungen oder durch einen Spielkamerad beim “Raufen”.

Gibt es eine Prophylaxe?
Freizeitsportler “ beachten selten die Regel”, sich vor sportlichen Einsätzen aufzuwärmen. Das Aufwärmtraining hat jedoch große Bedeutung. Unter anderem ist der warme Muskel wesentlich reaktionsschneller als der kalte, sodass die reaktionslose “Schrecksekunde” verkürzt wird und Verletzungen seltener vorkommen.

Es gibt spezielles Schultergürteltraining, abhängig von der Richtung der bestehenden Instabilität. Wesentlich ist bei Trainingsmaßnahmen die Regelmäßigkeit. Es kommt nicht auf kurzzeitige massive Anstrengungen an.

Welche Sportarten sind am risikoreichsten für das Ausrenken des Schultergelenkes?
Alle Wurfsportarten, Tennis, Squash, Badminton, Volleyball, Basketball, Handball oder auch Schwimmen etc., also solche Sportarten, bei denen der Arm nach oben hinten geführt wird. Rudern, Fußball, Skilanglaufen zählen nicht zu den Risikosportarten.

Muss man bei einer instabilen Schulter oder nach Ausrenkung des Schultergelenkes immer operieren?
Nein. Nach einer Ausrenkung wird das Schultergelenk ohne oder mit Narkose eingerenkt. Dies ist ein schmerzarmer Vorgang, der sofort anschließend zu einer großen Erleichterung und Beschwerdebesserung führt.

Es gibt Situationen, bei denen wir eine Operation durchführen müssen oder sie empfehlen.

› nach oben

Fragen und Informationen zur Operation der Schulterluxation (-ausrenkung)

Frage: “Ich bin 20 Jahre alt und habe mir beim Handballspiel die Schulter ausgekugelt. Sie wurde im Krankenhaus wieder eingerenkt. Schmerzen habe ich eigentlich nicht mehr. Warum soll ich die von Ihnen vorgeschlagene Operation (Gelenkspiegelung) machen lassen?”

Bei sportlich oder körperlich aktiven Menschen ist nach einer Schulterausrenkung die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Schulter erneut auskugelt.

Bei sportlich aktiven Menschen (nicht nur bei Leistungssportlern!) unter ca. 25 Jahren wird eine Zweitluxation mit 80-100 % Wahrscheinlichkeit auftreten.

Bei über 25- bis 30-Jährigen kugelt die Schulter wesentlich seltener erneut aus, was einerseits mit Aktivität, andererseits aber auch mit der Gewebsstruktur zu tun hat. Bis etwa zum 25./30. Lebensjahr kommt es zum Abriss des Knorpelrings (Labrum) von der Gelenkpfanne. Der Ring verschiebt sich und führt so den Oberarmkopf nicht mehr im Gelenk.

Auch bei Älteren kann die Verletzung in dieser Form vorliegen, oftmals reißt jedoch “einfach” die Gelenkkapsel ein und heilt wieder narbig stabil ohne Operation aus.



Frage: “Sie planen bei mir eine arthroskopische Schulteroperation. Ich weiß zwar, dass Sie dabei mit einer Mini-Videokamera ins Gelenk sehen, aber wie wollen Sie dabei noch operieren?”

Die Arthroskopie des Schultergelenkes (“Spiegelung”) wird prinzipiell wie am Knie oder anderen Gelenken durchgeführt.

Durch einen Hautstich wird die Kamera eingeführt, durch einen oder zwei weitere kleine Hautöffnungen die “Arbeits”instrumente.

Zur Stabilisierung der Schulter wird der Knorpelring (Labrum) wieder an seinem ursprünglichen Platz mit speziellen Fadenankern fixiert. Gleichzeitig wird die Gelenkkapsel gestrafft.


Frage: “Wann kann ich danach wieder arbeiten und Sport treiben?”

Die genähten Weichteile benötigen eine lange Heilungszeit. Eine intensive Übungsbehandlung mit krankengymnastischer Führung ist ca. 3 Monate lang notwendig.

In den ersten 4-5 Wochen nach der Operation sollte die Physiotherapie 3-mal pro Woche rezeptiert werden. Sie ist in allen Krankengymnastiken der Region möglich! Anschließend erfolgt intensives Aufbautraining in speziellen Rehazentren nach Genehmigung der Krankenkasse (z.B. Physiozentrum Odenwaldkreis am Kreiskrankenhaus Erbach, Leiter Norbert Müller).

Meist ist eine teilweise Arbeitsfähigkeit nach 4-6 Wochen möglich, vollzeitige Arbeitsfähigkeit aber erst nach ca. 3 Monaten (nach Operation). Dies hängt auch von der Art Ihrer beruflichen Tätigkeit ab.


Frage: “Sportmöglichkeit nach einer Schulteroperation?”

Im Prinzip betreiben Sie Sport von Anfang an nach der Operation unter krankengymnastischer Führung und Anleitung. Mannschaftssport, Kontaktsport und Squash oder Tennis dürfen erst nach 4-6 Monaten wieder begonnen werden. Wir beraten Sie aber auch individuell für Ihre Sportart oder Aktivität.



Frage: “Welche speziellen Risiken haben die operativen Verfahren?”

Das größte Problem stellt bei nicht gewährleisteter, auch vom Patient selbst durchzuführender intensiver Nachbehandlung/Übungstherapie die Bewegungseinschränkung (bis zur sog. Schultersteife) dar. Deshalb ist unbedingt die Übungsbehandlung und vor allem Ihre Bereitschaft zur Mitarbeit über den mehrmonatigen Zeitlauf notwendig.

Das Risiko des nochmaligen Ausrenkens verringert sich von 80-100 % vor der Operation auf unter 5 % nach dem Eingriff. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht.

Ansonsten gibt es die allgemeinen Risiken einer Operation, über die wir Sie gerne in einem ausführlichen Beratungsgespräch informieren werden.


Frage: “Mein Onkel hatte mit 40 Jahren schon 4x die Schulter ausgerenkt. Muss er mit der lockeren Schulter leben?”

Nein. Es gibt in jedem Lebensalter operative Möglichkeiten der Schulterstabilisierung.

Neben den minimal invasiven, also arthroskopischen Operationen, führen wir gerade nach mehrfachen Ausrenkungen offene Operationen durch, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden (Alter, Aktivität, Art der Ausrenkung etc.).

Bevor wir zu einer bestimmten Operation raten, sind spezielle Untersuchungen notwendig. Danach erfolgt in einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten die individuelle Beratung über das geeignetste OP-Verfahren.

Schicken Sie Ihren Onkel am besten in unsere Schultersprechstunde (dafür ist eine Überweisung vom Niedergelassenen erforderlich). Dann können wir die Behandlungsmöglichkeiten mit ihm besprechen.

› nach oben

Wichtige Rufnummern

GZO-Zentrale:
06062- 79 0

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Notruf: 112